"Die Energiewende können wir schaffen"

Wieso Energie- und Start-up-Expertin Eveline Steinberger für die Zukunft sehr  optimistisch ist.

Eveline Steinberger ist Expertin in SachenEnergie. Als Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von „The BlueMinds Company“ beschäftigt sie sich mit den Fragen der globalen Energiewende, der Entwicklung vonGeschäftsmodellen auf Basis der Digitalisierung und mit Investitionen inStart-ups. Zuvor war sie 20 Jahre in verschiedenen leitenden Positionen in denBereichen Energie und Infrastruktur mit internationaler Verantwortung tätig,unter anderem beim Verbund und bei Siemens.

In Krisen stecken Chancen

Die derzeit herrschende Energiekrise bereitetaber auch Steinberger Sorgen. Denn mit ihrem Unternehmen hat unter anderem inden Solarglas-Produzenten Interfloat aus Brandenburg investiert. „Dort ist manals Produzent von den hohen Energiepreisen natürlich massiv betroffen. Ichhoffe aber, dass wir hier rausfinden. Krisen verändern die Player am Spielfeld. Das ist traurig.Aber dadurch entstehen auch neue Chancen. Wer Innovation bringt, hat die Nase vorne“, so die Unternehmerin.

Glas immer halb voll

Steinberger ist aber fest davon überzeugt,dass die Energiewende zu schaffen ist. „Ich binjemand, der das Glas immer halb voll sieht. Wir müssen nur dieseTechnologien, die teilweiseschon marktfertig sind, in die Märktebringen. Dazu braucht es mehr Unterstützung, durchaus auch von politischerSeite. Im jetzigen Umfeld gibt es aber keinen Grund zu sagen, das schaffen wirnicht“, so Steinberger.

Vieles möglich

Von technologischer Seite sei heute schon ganzvieles möglich. „Man wundert sich eher, dass manche Technologien nicht mehrVerbreitung finden. Gerade die Kombinationvon Künstlicher Intelligenz und Internet der Dinge hat im Energiebereich schonbegonnen, vieles zu verändern“, so die Unternehmerin, die auch an die Elektromobilität glaubt. „Bei Pkw kann man das jetztschon sagen, dass E-Mobilität nicht nur eine Nische bleiben wird. Wo wirsicherlich noch Nachholbedarf haben, ist die Ladeinfrastruktur.“

Aber generell seien im Transportbereich auchandere Technologien vielversprechend. „Grüner Wasserstoff macht beispielsweiseim Schwertransport viel Sinn. Genauso spielen Bio-Fuels eine Rolle.Dadurch können Abfälle inTreibstoff transformiert werden.“

Unterschied zu Israel

Beim Wirtschaftsforum sprach Steinberger auchüber die Unterschiede zuIsrael, wo die Blue MindsCompany ein Büro hat. „Dort herrscht eine Fehlerkultur, in der man auchscheitern darf. Und es gibt keine hierarchischen Strukturen. Man kann an jedeTüre klopfen.“

Bei Start-ups ist Eveline Steinberger alsInvestorin vor allem das Mindset, also die Mentalitätund Denkweise, der Gründer wichtig. „Man muss sehr agil sein, denn es läuftnicht immer nur in eine Richtung. Da braucht es Charakterstärke um dasdurchzuhalten. Wichtig ist mir auch Diversität, also die unterschiedlichsten Qualifikationenmit im Team zu haben.“

Zur Person
Eveline Steinberger
Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin The Blue Minds Company Geboren: 27. Jänner 1972
Ausbildung: Promotion in Wirtschaftswissenschaften an der Karl-Franzens Universität Graz, Executive Management Studium an der Insead, Frankreich.
Laufbahn: leitende Positionen in den Bereichen Energie und Infrastruktur (Aufbau des Endkundengeschäfts für Verbund sowie das Energiegeschäft für Siemens in CEE); Mitinitiatorin der Innovationsdrehscheibe WeXelerate, Aufsichtsratsmitglied der Unicredit Bank Austria AG, der deutschen BayWa r.e AG und der Evergreen Privatstiftung; 2014 Gründung von The Blue Minds Company

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel