Geniale Ideen der Gastronomen: So ungewöhnlich essen wir diesen Corona-Winter im Freien

Not macht Gastwirte erfinderisch

Im Sommer war das ja alles noch ganz einfach: Man konnte sich beim Restaurant- und Café-Besuch problemlos nach draußen setzen und dort halbwegs sicher vor Coronaviren sein. Im Herbst und Winter geht das nun nicht mehr – es ist viel zu kalt und ungemütlich draußen. Oder geht es doch? Klar! Wenn sich die Betreiber ein bisschen was einfallen lassen. Wir stellen Ihnen die ungewöhnlichsten Lösungen vor.

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Sehen und gesehen werden: Das Ein-Tisch-Glashaus

Vor dem Eingang der “Poststuben” in Bensheim stehen neuerdings zwei kleine Glashäuser. Sie sind 6 Quadratmeter groß, das reicht gerade für einen Vier-Personen-Tisch. An der Decke hängen Lichterketten, die Stühle sind mit Schaffellen bedeckt, in den Ecken sorgen rustikale Gartenlaternen für Atmosphäre. Und warm ist es auch, dank Halogenheizstrahlern.

Sonja Schittenhelm, die Betreiberin der “Poststuben”, hat die Idee aus Amsterdam: Dort hatte sich ein Restaurant im Sommer fünf solcher Mini-Gewächshäuser vor die Tür gestellt. Das Essen wurde den Gästen auf langen Brettern hineingereicht, ganz Corona-konform. “Das ist doch auch für den Winter toll”, dachte sich Restaurantchefin Schittenhelm – “so kann man draußen sein und trotzdem drinnen.”

Seit dem 1. September stehen die Glashäuschen – und die Gäste sind begeistert. Die Poststuben-Wirtin überlegt nun schon, ob sie nicht noch irgendwo Platz für weitere hat.

Beheizte Bänke Marke Eigenbau

Mirko Meuche, Betreiber des “Café März” in Berlin, ist für seine Wärmelösung sogar handwerklich aktiv geworden: Der Gastwirt hat sich aus Mietshäusern alte Heizkörper zusammengesammelt und Sitzflächen darübergebaut. Dann hat er die Heizkörper untereinander und mit einem Heizkessel verbunden. Fertig sind die beheizten Sitzbänke! Die stehen nun auf seiner Terrasse und wärmen den Gästen den Po.

“Die Idee hatte ich schon seit drei Jahren, es hat sich aber vorher nie wirklich gelohnt. Jetzt mit dem Corona-Winter war der perfekte Zeitpunkt”, sagt Meuche. Wichtig war ihm dabei auch der Umweltaspekt: Der Heizkessel stößt zwar etwas mehr CO2 aus als ein klassischer Heizpilz, versorgt aber mit seiner Wärme 25 Sitzbänke.

Intelligente Sitzkissen

Im Berliner Restaurant “Gendarmerie” setzt man ebenfalls auf Wärme von unten. Hier allerdings mittels Heizkissen. Der Clou: Ein Sensor schaltet das Kissen erst ein, wenn sich jemand daraufsetzt. Steht der Gast auf, schaltet sich die Heizeinheit wieder ab. So kommt man mit den vier Stunden Akkulaufzeit auch über den Abend. Falls doch nicht, lassen sich die Kissen innerhalb von 15 Minuten wieder aufladen. “Die Kissen sehen dazu noch gut aus und bieten Sitzkomfort”, erklärt die Geschäftsführerin des Restaurants, Anna Maaß. Dafür musste sie allerdings einiges investieren: Die intelligenten Kissen kosten 110 Euro pro Stück.

Eine völlig kostenlose Lösung hat sich dagegen ein Wirt in Bremerhaven überlegt –  allerdings ist er dabei auf die Mithilfe der Gäste angewiesen.

Zur Vorspeise eine Wärmflasche

In der Waldgaststätte “Meisterturm” im Taunus kommt zur Zeit Hüttenfeeling auf: Im Hof stehen rote Zeltpavillons, mit jeweils einem Tisch im Innern. Weil die eine Zeltseite offen ist, wird es allerdings schnell etwas frisch am Tisch. Abhilfe schafft das Personal, das jedem Gast mit der Bestellung nicht nur eine flauschige Decke, sondern auch eine heiße Wärmflasche reicht. Urteil eines Restaurantbesuchers: “Damit kann man es hier ein paar Stunden aushalten.”

Luxusjurten für 680 Euro pro Abend

Dass es auch luxuriöser und gleichzeitig teurer geht, zeigen zwei Restaurants im Ausland: Das “Maxwell’s” im US-Bundesstaat New York hat farbenfroh beleuchtete Plastik-Iglus aufgestellt, in denen bis zu 8 Menschen dinieren können. Allerdings kostet eine zweistündige Buchung umgerechnet knapp 130 Euro – das beinhaltet die erste Runde Getränke und einen eigenen Kellner.

Noch hochpreisiger wird es im Restaurant “Aurum Food & Wine” in Colorado, USA: Dort stellt man im Innenhof demnächst beheizte Jurten auf, eine Luxus-Version der traditionellen Rundzelte von Nomaden. Auch hier finden bis zu acht Personen an einem Rundtisch Platz. Über den Köpfen öffnen sich die Stoffwände zu einem Glasdach und geben den Blick auf den Himmel frei. Pro Abend wird das Zelt nur von einer Gästegruppe belegt, so das Versprechen. Der Haken: Die Buchung der Jurte ist mit einem Mindestverzehr von umgerechnet 430 Euro verbunden, am Wochenende werden sogar 680 Euro verlangt. Dafür bekommt man dann aber auch eine Winterjacke geliehen – frisch desinfiziert natürlich.


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