"Goodbye Deutschland"-Auswanderin will nach 35 Jahren Antworten vom Vater

  • Gern zogen „Goodbye Deutschland“-Auwanderin Jessica Wessendorf und Ehemann Mike Doyle nicht in die USA, wie die VOX-Doku zeigt.
  • Allerdings bot die Versetzung des Air-Force-Unteroffiziers seiner Frau auch eine Chance.
  • Würde die gebürtige US-Amerikanerin nach 35 Jahren ihren Vater wiedersehen?

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„Bis heute ist sie für mich die tollste Frau, die ich je gesehen habe“, schwärmte Mike Doyle (34) in der VOX-Dokusoap „Goodbye Deutschland“ von seiner Frau Jessica Wessendorf (38), und auch die war voll des Lobes: „Der Mike ist einfach der beste, ehrlichste und treueste Mann.“

Aktuell allerdings gab es bei den beiden viel Streit, denn die Nerven lagen blank: Mike war von seinem Arbeitgeber, der Air Force, nach Puyallup in der Nähe von Seattle versetzt worden, obwohl er lieber in Deutschland geblieben wäre. Auch Jessica kehrte ihrer Heimat Herrschdorf in Rheinland-Pfalz nur ungern den Rücken, wollte aber nicht allein mit den gemeinsamen Kindern Phoenix (3) und Aurelius (1) dort bleiben. So folgte sie Mike in die USA. Dort wurde die Familie mit offenen Armen von seinen liebevollen Eltern empfangen, bei denen sie für Erste wohnen würden.

„Goodbye Deutschland“: Tragödie um ein Kleinkind

Jessicas eigener Start ins Leben war geprägt von Problemen gewesen. Nach der Verhaftung ihrer mittlerweile verstorbenen, heroinabhängigen Mutter, einer deutschen Auswanderin in Arizona, waren sie und ihre Schwester zunächst ins Kinderheim, dann nach Deutschland zur Großmutter gekommen. Den Kontakt zum Vater hatte bereits die Mutter unterbunden, die Oma machte ihn damals regelrecht schlecht, wie Jessica sich erinnerte.

Tatsächlich hatte der sich Schlimmes zuschulden kommen lassen: Ende der 1980er-Jahre war Darrell Wessendorf (56) für zwölf Jahre ins Gefängnis gekommen, weil er den Tod eines knapp zweijährigen Mädchens verursacht hatte. Er hatte eine Klapperschlange gefunden und sie der Kleinen laut Zeitungsbericht um den Hals gelegt – angeblich, um deren Harmlosigkeit zu beweisen. Als die erschrockene Mutter das gesehen und aufgeschrien hatte, hatte die Schlange zugebissen. Das Kind war gestorben, Darrell Wessendorf verurteilt worden.

Riskanter Überraschungsbesuch

Sie habe ihren Vater allerdings „nie aufgegeben. Ich habe immer gedacht, wenn ich den mal finde, dann wird sich rausstellen, dass er mein fehlendes Bindeglied ist“, erklärte Jessica. Als Kind habe sie nie verstehen können, „warum mich niemand liebt“. Sämtliche Kontaktaufnahmen ihrerseits seien allerdings ins Leere gelaufen, Darrell habe ständig Ausreden gehabt, sei offenbar alkoholkrank und psychisch stark angeschlagen gewesen. Immerhin ihre Tante Diana Sturzl (54), Darrells Schwester, bei der er lebte, schien die Verbindung zu ihrer Nichte wichtig zu sein. Mit ihr plante Jessica nun einen Überraschungsbesuch in deren Zuhause in Tomahawak, Wisconsin.

Auf den begleiteten sie ihr Schwiegerpapa Mike (56) sowie ihre extra angereiste Freundin Celine Lill (25). Ehemann Mike blieb zu Hause, weil dessen Temperament, da war sich das Paar einig, die Situation womöglich verschärfen würde: „Wenn ich mitkommen würde, würde ich ihm unangenehme Fragen stellen.“

„Ich glaube nicht, dass er sich das jetzt versaut“

Diana freute sich schließlich sichtlich, ihre Nichte im Arm halten zu dürfen. „Ehrlich gesagt: Ich hätte nie gedacht, dass ich die Kinder jemals wiedersehe.“ Was aber war mit Darrell? Der verschanzte sich erst mal in seinem Wohnwagen, wofür Jessica Verständnis zeigte: „Ich hatte ’ne Sozialphobie für ein paar Jahre – ich kann das schon nachvollziehen.“

Über eine Stunde dauerte es, bis er schließlich auftauchte. Die Begrüßung verlief trotz Umarmung und seines Beteuerns, sie zu lieben, jedoch viel weniger emotional als von Jessica erhofft und erinnerte sie eher an ein Businessmeeting. Darrell indes sah sich auch als Opfer: Er habe anfangs ja versucht anzurufen und zu schreiben. Tatsächlich hatte Jessicas Oma seine Briefe verbrannt: „Meine Großmutter war nicht nett“, bestätigte Jessica.

Tränen flossen allerdings erst, als sie die offenen Wunden an Darrells Hündin entdeckte, die wegen Geldmangels nicht versorgt worden waren. Die Tierliebhaberin bestand darauf, sie sofort zum Tierarzt zu fahren und die Kosten zu übernehmen. Schluchzend erklärte sie ihre Entscheidung: „Tiere gehen bei mir vor. Sind die besseren Menschen.“ Ihrem Vater wolle sie ab sofort nicht mehr hinterherjagen, zeigte sich aber zuversichtlich, dass er den Kontakt weiter halten würde: „Ich glaube nicht, dass er so doof ist und sich das jetzt versaut.“

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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