"Ich werde Triathlon-Profi"

Andreas NiedrigsLebensgeschichte führte ihn aus dem Drogensumpf zum Leistungssport.

AndreasNiedrig hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Als Jugendlicher geriet erin die Drogenszene, konsumierte harte Drogen. Aber er schaffte den Ausstieg undwurde einer der besten Triathleten Deutschlands. Wie ihm das gelang? Durchenorme Willenskraft.

Kein einfacher Weg

„DieVergangenheit ist Teil meines Lebens, aber sie ist Vergangenheit. Wichtig ist,an die Zukunft zu denken und das zu tun, was man kann. Auch wenn es bei mirkein einfacher Weg war“, sagt Niedrig.

Sehr frühentdeckte er seine fatale „Liebe“ zum Thema Sucht und verlor das Ziel aus denAugen. „Mit 13 Jahren habe ichzum ersten Mal gekifft. Später kamen andere Drogen hinzu. Und schon damals habeich eigentlich eine wichtigeEigenschaft besessen. Ichwar einer der besten Top-Manager überhaupt. Denn als Heroinabhängiger war ich komplett fokussiert. Aufs Geldbeschaffen, um die Sucht zu befriedigen. Ich brauchte schließlich 500 bis 800 D-Mark am Tag. Sofunktionieren erfolgreiche Menschen. Ichmusste nur lernen, diese Eigenschaft umzuwandeln.“

Schlussstrich gezogen

Niedrig ging14 Monate lang in eine Drogen-Langzeittherapie und bekam dort die Chance, sichzu hinterfragen und seine Persönlichkeit zu entwickeln. „Ich habe einen Schlussstrichgezogen, ging zurück zu meiner Familie und fing an, Bewerbungen zu schreiben.“Aber die Jobsuche gestaltete sich schwieriger als gedacht. Schließlich klafftenim Lebenslauf einige Lücken. Ein Unternehmen gab ihm dann die Chance. „Zumersten Mal habe ich gespürt,dass das Einzige, was uns langfristig motiviert, das Selbstwertgefühl ist. Sohatte ich die Möglichkeit,mein Leben zu verändern.“ Kurzum: Er entschied sich für das Leben und sportlichfür den Triathlon beziehungsweise für eine Steigerungsform – den Ironman. Darinzählte er lange zu den besten Athleten Deutschlands. Heute ist er Unternehmer,Buchautor und Motivator. „Wenn man für eine Idee brennt, kann man auch anderebegeistern“, ist Andreas Niedrig, dessen Lebensgeschichte auch verfilmt wurde,überzeugt.

2 Stunden 43 Minuten

Angefangenhat seine sportliche Karriere im Training mit seinem Vater. „Ich habe uns ohne sein Wissen füreinen Marathon angemeldet. Mein Vater dachte, ich bin größenwahnsinnig“, erinnert er sich zurück.Aber Niedrig beendete den Lauf mit einer Spitzenzeit von 2 Stunden 43 Minutenund erkannte so sein Talent für diese Sportart.

So kam derEntschluss, Triathlon-Profizu werden. „Ich habe gespürt, das ist es. Aberals ich das ausgesprochenhabe, hat anfangs keiner an mich geglaubt.“ Er bewies allen Zweiflern dasGegenteil und schaffte es in die Bestenliste deutscher Triathleten aufIronman-Distanz. Und diese hat es in sich: So gilt es dabei, 3,862 Kilometer zuschwimmen, 180,246 km radzufahren und einen Marathonlauf über42,195 km zu absolvieren. 

Raus in die Natur

Was ist seinTipp für andere, um sich für sportliche Aktivitäten zu motivieren? Am Anfangnicht übertreiben, rät er. „24 Minuten am Tag raus zu gehen ist schon ein guterAnfang.“ Denn die physische und psychische Gesundheit sei die Grundlage füralles im Leben.

Zur Person

Andreas Niedrig
Autor, Motivationscoach
Geboren 12. Oktober 1967
Ausbildung Hauptschule; Ausbildung zum Orthopädiemechaniker
Laufbahn Nach Drogen-Therapie Start der Triathlon-Karriere; in der Bestenliste deutscher Triathleten auf Ironman-Distanz; sein Buch wurde auch verfilmt

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