Investitionsprämie als Anreiz

Die aktuelle Entwicklung und Praxisaspekte der Abrechnung.

Mit dem Investitionsprämiengesetz will der Gesetzgeber die Investitionstätigkeit der Unternehmen und damit die Sicherung der Wirtschaft infolge der Corona-Krise absichern. Je nach Investition werden 7 % oder 14 % der Anschaffungskosten gefördert. Nicht gefördert werden unter anderem klimaschädliche Investitionen oder Investitionen, die bestimmten Fristen (erste Maßnahmen) nicht erfüllen.

Ein kurzer Rückblick

Bis 28.2.2021 war es möglich, Anträge über das Portal der Austria Wirtschaftsservice GmbH zur Erlangung einer Investitionsprämie einzureichen. Es war mitunter nötig, erst in der Zukunft liegende Investitionen zu planen. Das bedeutet, zum Zeitpunkt der Antragstellung war oft nicht klar, ob, wann genau und wie hoch die geplanten Investitionen an-fallen bzw. durchgeführt werden.

Nach Einreichung des Antrages hat der Förderungswerber eine Förderzusage bekommen. Damit war das ganze Prozedere jedoch noch nicht erledigt. Nach erfolgter Zusage und getätigter Investition ist der Förderwerber verpflichtet, eine Endabrechnung über das Portal der AWS einzureichen. Die Endabrechnung ist mitunter sehr zeit- und arbeitsintensiv, da jede einzelne Investition erfasst werden muss. Weiters muss der Förderwerber verschiedene Nachweise der Endabrechnung beilegen (z.B. Bestätigung Steuerberater/Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhaltung bei allen Prämien über 12.000 Euro).

Endabrechnung

Grundsätzlich beträgt die Frist zur Einreichung der Endabrechnung 3 Monate ab Inbetriebnahme bzw. Bezahlung der getätigten Inves-tition. Wurden mehrere Investitionen in einem Antrag zusammengefasst, beginnt die Frist mit Inbetriebnahme bzw. Zahlungsdatum der letzten Investition zu laufen. Eine Ausnahme stellte Endabrechnungen dar, welche bis 30.9.2021 eingereicht wurden. Diese Endabrechnungen waren von der Dreimonatsfrist ausgenommen. Das Ganze mag auf den ersten Blick sehr einfach klingen, ist in der Praxis mitunter aber sehr kritisch. Ein nachfolgendes Beispiel soll dies verdeutlichen.

Ein kurzes Beispiel

Ein Unternehmen hat einen Antrag für zwei Investitionen gestellt. Die erste Investition wird am 31.7.2021 bezahlt und in Betrieb genommen. Die zweite Investition wäre auf Dezember 2021 geplant gewesen. Im November 2021 stellt sich jedoch heraus, dass die zweite Investition nicht realisiert werden kann. Die Frist für die Endabrechnung aus der ersten Investition könnte am 31.10.2021 abgelaufen sein, wenn nicht explizit nachgewiesen werden kann, dass die zweite Investition bis November aktiv vorangetrieben wurde.

Auf den Punkt gebracht

  • Fortlaufendes Controlling offener bzw. geplanter Investitionen
  • Penible Beobachtung der Fristen zur End-abrechnung
  • Fallen Investitionen tatsächlich weg, wäre die Endabrechnung zeitnah zu erstellen
  • Organisiert und strukturiert an die End-abrechnung gehen. Das bedeutet zeitnahe Einholung allfälliger Bestätigungen (z.B. von Anlagenplanern, Lieferanten etc.)
  • Bereithaltung von verschiedenen Nachweisen (z.B. Rechnungen, Anlagenverzeichnis) für allfällige Rückfragen und Überprüfungen

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