"Leider aus Polyester": Faschingshersteller bieten Greta-Thunberg-Verkleidungen an

Online-Shops für Faschingskostüme werben auf ihren Seiten für Greta-Thunberg-Verkleidungen. Gegenüber Kritikern verteidigen Inhaber die Idee. 

Die Perücke bestehe aus Kunsthaar, “leider aus 100 Prozent Polyester”

Online-Anbieter von Karnevalsverkleidungen haben in diesem Jahr etwas Neues im Sortiment: die Greta-Thunberg-Verkleidung. Dazu gehört eine Perücke mit zwei langen, geflochtenen Zöpfen und wahlweise ein gelber Regenmantel. So wirbt etwa der Online-Shop Karneval Univers” mit der “Greta-Perücke”, die “leider aus 100 Prozent Polyester” bestehe. 

“Du bist schon ganz heiß drauf, auf der Faschingsparty als Greta Thunberg zu erscheinen und zu deinem ‘How dare you’ -Remix abzutanzen? Alles, was du brauchst, ist unsere nicht ganz klimaneutrale Greta-Perücke mit Flechtzöpfen!”, bewirbt der Shop das Produkt auf der Seite und rät: “Radel zur nächsten Kostümparty und streike mit einem veganen Cocktail für das perfekte Party-Klima!”

“Retten Sie das Klima!”

Auch auf Amazon wird ein Haarband mit zwei Zöpfen als “Greta-Verkleidung” angeboten. Das Produkt-Model hat ihr Gesicht zu einer wütenden Miene verzogen und trägt eine Strickmütze dazu, wie sie auch Thunberg oft trug. In der Beschreibung heißt es: “Retten Sie das Klima! Mit diesem coolen Haarband mit geflochtenem Zopf verwandeln Sie sich in die bekannte Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Ob bei Fridays for Future, als Karnevals- und Faschingskostüm oder als Spaß in der Freizeit: mit dem langen Greta-Zopf fallen Sie garantiert auf.”

Auch Amazon verkauft ein “Greta Thunberg Kostüm”

“Das Angebot zeigt, dass die Klimabewegung nach wie vor nicht ernst genommen wird”, kritisiert Lena Bühler, Mitglied der Medien-Arbeitsgruppe vom Klimastreik Schweiz. Der Schweizer Boulevardzeitung “20 Minuten”, sagte sie, immer mehr Anbieter würden versuchen, aus Greta Thunberg Kapital zu schlagen. “Das ist geschmacklos, denn eigentlich müssen wir uns darum kümmern, die Klimakrise zu überwinden.”

Die Anbieter selbst sehen das anders. “Die Fastnacht ist immer ein Jahresrückblick. Würde Greta Thunberg als Verkleidung fehlen, wäre dies ein Zeichen dafür, dass die Klimakrise die Leute nicht erreicht hat”, argumentiert die Inhaberin des Fasching-Online-Shops “Fasnachtsartikel.ch”, Alexandra Gut. 

Quellen: “20 Minuten”, “Karneval Universe”, Amazon 

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