Nachhaltig Wirtschaften macht krisenstark

Antje von Dewitz bringt bei Vaude Erfolg und Umweltin Einklang.

Die Coronakrise hat auch den in Tettnang ansässigen Outdoor-Ausrüster Vaudezunächst schwer getroffen. “Wir sind super ins Jahr 2020 gestartet, dann kamendie Lockdowns in Europa. Optimistisch gedacht, haben wir mit einem Umsatzrückgangvon zehn Prozent gerechnet”, sagt Geschäftsführerin Antje von Dewitz. Letztlichkam man aber doch sehr gut durch die Krise. Im Mai schrieb Vaude schon wieder schwarzeZahlen. Woran das liegt? “Die Leute gingen natürlich mehr in die Natur. Aberwir haben auch festgestellt, dass nachhaltigesWirtschaften eine hervorragende Grundlageist”.

Corona sei nicht die einzige Baustelle auf der Welt. Überall gebe es Brandherde,die die Erde bedrohen. “Als Unternehmen muss man erkennen, wo man selbst Verantwortungträgt. Als Teil der Textilindustrie sind wir mitverantwortlich. Deshalb wollen wirHaltung zeigen und Teil der Lösung sein.”

Antje von Dewitz zeigt, dass ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich undgleichzeitig sozial und ökologisch ausgerichtet sein kann. Vaude hat sich bereitsvor über zehn Jahren auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit fokussiert. “Zunächstwar das Interesse nicht sehr groß. Erst mit der Friday for Future-Bewegung stiegdie Nachfrage. Durch Corona wurde das noch einmal gestärkt. Vielen ist bewusst,dass eine Konsumentscheidung auch eine Entscheidung dafür ist, in welcher Welt manleben will”, sagt die Unternehmerin. Vaude sei eine Marke des Vertrauens geworden.

Kein leichter Weg

Hilfreich bei der Ausrichtung war sicher, dass man ein Familienunternehmenist. Dieses wurde über die Jahre zusammen mit Lieferanten, Kunden, Mitarbeiternund Handelspartnern in den “grünen Bereich” gebracht. “Das heißtauch, auf schnelles Wachstum zu verzichten und sehr zu haushalten. Es ist kein leichterWeg, aber dafür ein krisenstarker Weg”, ist die Unternehmerin überzeugt.

Zudem hat sich Vaude einen Namen als mitarbeiterorientierter und familienfreundlicherArbeitgeber erarbeitet. Wichtig sind von Dewitz eine Vertrauenskultur zu den Mitarbeitern,die Transparenz, Information und Mitverantwortung beinhaltet. Seit 20 Jahren gibtes ein Kinderhaus, 25 Prozent arbeiten in Teilzeit. Auch mit den Handelspartnernund Lieferanten sind über die Jahre vertrauensvolle Partnerschaften entstanden.”Wir ernten also nun die Früchte, was wir uns in zehn Jahren erarbeitet haben.”

Antje von Dewitz gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen auch gerne weiter.Dazu hat sie ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Mut steht uns gut!: Nachhaltig, menschlich, fair – mit Haltung zumErfolg“.

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