Rolando Villazón und sein Roman “Amadeus auf dem Fahrrad”

Die erste Lesung nach der Corona-Pause: Rolando Villazón stellt seinen Roman „Amadeus auf dem Fahrrad“ im Literaturhaus vor

Den Unterschied zwischen absoluten und relativen Zahlen scheint die Staatsregierung nicht zu begreifen. Deshalb geben wir hier noch einmal Nachhilfe in Wort und Bild, damit bis zum Wiederbeginn des Kulturbetriebs nach der Sommerpause eine weniger absurde wie die jetzt geltende Regelung gefunden wird, nach der lediglich 100 Personen in geschlossenen Räumen unabhängig von der Größe zugelassen sind.

Am Montag dirigierte Kirill Petrenko zum Abschluss der Spielzeit ein Konzert im ausverkauften Nationaltheater. Dabei blieben aufgrund des Hygienekonzepts 2000 Plätze frei. Am Mittwoch fand im Literaturhaus die erste Buchvorstellung nach drei Monaten Pause statt. Unter Beachtung der Abstandsregel von 1,5 Metern und mit nebeneinandersitzenden Paaren passten 50 Personen in einen Raum, der sonst 300 Menschen fasst.

Auf dem Sprung zum Bestseller

Man könnte auch noch über den unterschiedlichen Einsatz von Desinfektionsmitteln spotten. Aber wenden wir uns lieber dem Anlass des Abends im Literaturhaus zu: dem soeben erschienenen dritten Roman von Rolando Villazón, dessen erste Auflage von 8000 Exemplaren bereits verkauft ist und den der Rowohlt-Verlag bereits nachdrucken muss.

„Amadeus auf dem Fahrrad“ heißt das 400 Seiten starke Buch, und naturgemäß spielt es in Salzburg, wo Villazón als Intendant der immer Ende Januar stattfindenden Mozartwoche wirkt. Weil es von einem mexikanischen Bariton handelt, der bei den Sommerfestspielen als Komparse auftritt, und der Autor bekanntlich Tenor ist, könnte man auf allerlei dumme Gedanken kommen. „Das Buch ist komplett autobiografisch und zugleich gar nicht autobiografisch“, sagt der Autor dazu.

Da ist Villazón ganz nah bei Mozart, dessen Musik entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil kaum die Stimmung des Komponisten zum Zeitpunkt der Entstehung abbildet, wie Villazón eingangs im Gespräch mit Dorothea Hußlein klarstellte. Aber natürlich spiegelt es die Erfahrungen des Autors im Opernbetrieb und selbstverständlich enthält es Porträts von Kollegen wie die Schilderung eines Fahrradunfalls, in den Cecilia Bartoli verwickelt wird, die „anerkannteste, die berühmteste Mezzosopranistin der Welt“.

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