Sängerin Amy Macdonald spricht offen über ihre emotionale Störung

Amy Macdonald: „Man sollte sich nicht schämen, darüber zu sprechen"

Offen über psychische Probleme zu sprechen, fällt vielen Menschen nicht leicht. Sängerin Amy Macdonald möchte mit diesem Tabu brechen. Nachdem 2012 öffentlich über den Gesundheitszustand der heute 33-Jährigen spekuliert wurde, räumt Amy jetzt im “Mental Health Matters”-Gespräch mit der Zeitschrift “Gala” mit den Gerüchten auf und thematisiert eine emotionale Störung, unter der sie schon länger leidet.

Amy hatte vor einigen Jahren das Gefühl, das Haus nicht mehr verlassen zu können

Amy erklärt, dass sie noch nie Depressionen hatte, aber unter einer saisonal-affektiven Störung leidet – vor allem dann, wenn die Jahreszeiten vom Sommer in den Herbst und den Winter übergehen. Betroffene verspüren laut klinischer Definition dann eine Lethargie und große Lustlosigkeit. Amy geht es damit teilweise richtig mies, wie sie im Interview verrät: “Vor ein paar Jahren hatte ich tatsächlich das Gefühl, das Haus nicht mehr verlassen zu können. Es fühlte sich so an, als würde ein schweres Gewicht auf mir lasten.” Glücklicherweise geht diese Phase auch immer wieder vorbei, wie sie erklärt: “Ein paar Tage vergingen und ich spürte zum Glück, dass das Gewicht immer mehr von mir abfiel. Ich leide nicht immer darunter, aber es wirkt sich ab und zu auf mich aus.”

Wenn Amy solche Phasen hat, hilft ihr am meisten, mit geliebten Menschen darüber zu sprechen. Überhaupt sei Reden enorm wichtig: “Man sollte sich nicht schämen, darüber zu sprechen. Auch das Songschreiben ist ein guter Bewältigungsmechanismus und war wie eine Therapie für mich.”

2012 wurde über einen Burn-out spekuliert

Vor neun Jahren gab es vermehrt Gerüchte, dass Amy einen Burn-out gehabt haben soll. “Es ist viel über diese Zeit geschrieben worden, aber nein, das stimmt nicht. Ich habe einen niedrigen Blutdruck und neige dazu, manchmal ohnmächtig zu werden. Im Jahr 2012 wurde ich ohnmächtig und habe mich schrecklich gefühlt. Das hatte zur Folge, dass ich eine TV-Show, die ich gerade gedreht habe, absagen musste”, erklärt Amy, was damals wirklich los gewesen ist.

Die Gerüchte, die damals über sie kursiert waren, hätten sie aber geschockt, gibt sie zu: “Ich bekam dann mit, dass in den Medien geschrieben wurde, dass ich einen Schlaganfall oder so etwas hatte. Ich fand das so unverantwortlich, einfach über diese verrückten Gesundheitsprobleme zu schreiben, die auf nichts beruhen.”

„Ich habe mich schrecklich gefühlt und das tue ich immer noch"

Genau wie damals leidet Amy aber auch heute noch, wenn sie negative Kommentare oder Kritik über sich lesen muss: “Ich habe mich schrecklich gefühlt und das tue ich immer noch – als gäbe es kein Entrinnen. (…) Solche Kommentare können einem wirklich den Tag oder die ganze Woche ruinieren.”

Ihr Trick, um möglichst wenig davon mitzubekommen, ist simpel: “Ich habe einen Filter auf all meinen Social-Media-Kanälen, um jeden unangenehmen Inhalt herauszufiltern. Es ist besser für mich, wenn ich Negatives einfach nicht sehe. Denn das kann dein Leben übernehmen und du fühlst dich dann einfach schrecklich wegen dir selbst.”

Den ganzen Artikel und weitere Gespräche aus der Interviewreihe “Mental Health Matters” lesen Sie auf gala.de.


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