#Allesdichtmachen: Diese Künstler distanzieren sich von der umstrittenen Video-Aktion

#Allesdichtmachen: Diese Künstler distanzieren sich von der umstrittenen Video-Aktion

Nora Tschirner findet deutliche Worte für #allesdichtmachen-Kollegen

Am 22. April luden 50 deutsche Schauspieler zeitgleich auf einer extra dafür angelegten Webseite Videos unter dem Hashtag #allesdichtmachen hoch. Der Inhalt: die ironisch-satirische Auseinandersetzung dieser Prominenten mit der Corona-Politik der Bundesregierung. Dafür gab es Beifall, allerdings auch heftige Kritik. Auch aus den eigenen Reihen. Inzwischen haben sich diverse Künstler öffentlich zu Wort gemeldet und sich von der Video-Aktion distanziert.

Nora Tschirner: „Unfuckingfassbar!“

Schauspielerin Nora Tschirner meldete sich auf der offiziellen Instagram-Seite der Aktion „Alles dicht machen“ zu Wort und fand deutliche Worte für die teilnehmenden Kollegen. Darunter Stars wie Jan Josef Liefers, Heike Makatsch, Ulrich Tukur, Ulrike Folkerts oder Meret Becker.

„Echt ja, Leude? Was‘ los da? ‘Make cynicism great again“? Oder wie? Wird’s schon boring im Loft und im Brandenburger Landhaus? Jetzt doch mal raus wagen und ‘n büschn kokeln, weil man sich sonst um die eigene Gefühlsverwaltung kümmern müsste? Joah, kann man machen. Kann halt sein, dass man sich ein büschn schämen wird in ‘nen paar Jahren (Wochen). Unfuckingfassbar“. schreibt Nora entsetzt.

Ihr „Tatort“-Kollege Christian Ulmen (45) pflichtet ihr bei und postet in seiner Instagram-Story: „Heute bisschen für die Kollegen schämen“ und setzt dazu den Hashtag #allesschlichtmachen.

Elyas M’Barek kritisiert „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch

Direkt nachdem die Videos am Abend online gegangen waren, hatte sich Schauspieler Elyas M’Barek (38) zu Wort gemeldet. „Come on, das ist doch Blödsinn. Was unterstellst du denn da unserer Regierung? Kann ich null nachvollziehen. Jeder will wieder zur Normalität zurückkehren und das wird auch passieren. Wenn alle dafür sorgen, dass eine weltweite PANDEMIE bekämpft wird. Mit Zynismus ist doch keinem geholfen“, schrieb er zu dem #allesdichtmachen-Video von „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch.

Ex-VIVA-Moderator Tobias Schlegl, der inzwischen als Rettungssanitäter arbeitet, twitterte wütend: „Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben.” Medienjournalist Stefan Niggemeier schrieb von „ekliger Ironie“ und einem „Dammbruch”, der zugleich der „größte Erfolg der Querdenkerszene bisher“ sei.

Im Video: Die #Allesdichtmachen-Beiträge von Jan Josef Liefers, Heike Makatsch und Co.

#Allesdichtmachen-Aktion löst Diskussionen aus

Heike Makatsch löschte ihr #allesdichtmachen-Video inzwischen

Heike Makatsch (49), die sich an der Aktion beteilig hatte. löschte ihren Beitrag inzwischen. Sie postete ein Statement bei Instagram, indem sie sich deutlich von rechtem Gedankengut distanzierte. Ihr Video erklärte sie so: „Ich habe durch Kunst und Satire den Weg gewählt, die Veränderung unserer Gesellschaft aufzuzeigen und Raum zu schaffen für einen kritischen Diskurs. Ich finde es wichtig, unsere nicht mehr wiederzuerkennende Welt auf irgendeine Art zu spiegeln oder zu kommentieren.“ Sie bitteaber um Verzeihung, sollte sie Angehörige oder Opfer der Corona-Pandemie verletzt haben. Dazu setzte sie den Hashtag #womöglichgescheitert.

Auch Schauspieler Jan Josef Liefers (56) will sich nicht in die rechte Ecke schieben lassen und distanziert sich von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern. Zu seinem Beitrag steht er aber weiterhin: „Ich setze mich kritisch mit den Entscheidungen meiner Regierung zu SarsCoV2 und Covid 19 auseinander. Besonders wegen der in Kauf genommenen Verluste in Kultur und Kunst und der Veranstaltungsbranche. Auch im jüngsten Video, das ein ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien war.“

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