"Das schweigende Klassenzimmer": DDR-Drama mit Michael Gwisdek

"Das schweigende Klassenzimmer": DDR-Drama mit Michael Gwisdek

Einer seiner letzten Kinofilme

Der Kinofilm “Das schweigende Klassenzimmer” (2018) entstand nach einer wahren Geschichte und dem gleichnamigen Buch von Dietrich Garstka (1939-2018). Das DDR-Drama von Regisseur Lars Kraume (47) feierte im Februar 2018 bei der Berlinale Premiere, wenige Tage später kam es in die Kinos. Im gleichen Jahr wurde es mit dem “Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke” ausgezeichnet.

Einmal mehr überzeugt darin Michael Gwisdek (1942-2020) als rebellischer DDR-Senior. Es ist einer seiner letzten Filme. Der vielfach ausgezeichnete Berliner Schauspieler war am 22. September “nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben”, wie die Angehörigen einen Tag später mitteilten. Nicht nur bei den Fans, sondern offenbar auch bei den Kollegen war er sehr geschätzt. “Danke für deine Wärme, deinen Humor und deine Lebensfreude…”, trauerte etwa Schauspielerin Jessica Schwarz (43) auf Instagram.

Das ZDF zeigt “Das schweigende Klassenzimmer” als Free-TV-Premiere am Dienstag (13. Oktober) um 20:15 Uhr.

Darum geht’s in “Das schweigende Klassenzimmer”

DDR, Herbst 1956: Die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) sehen bei einem Kinobesuch in West-Berlin die “Wochenschau”-Bilder des Ungarn-Aufstandes. Der verzweifelte Kampf der jungen Menschen um Demokratie berührt Kurt. Zurück in der DDR erleben die beiden die unterschiedliche Berichterstattung west- und ostdeutscher Medien. Über den Westrundfunk, den sie heimlich bei Edgar (Michael Gwisdek), dem schwulen Großonkel ihres Mitschülers und Freundes Paul (Isaiah Michalski), hören, erfahren sie mehr und diskutieren die Ereignisse mit ihren Klassenkameraden.

Als im RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) zu Schweigeminuten für die Opfer des Aufstandes aufgerufen wird, sind die Schüler begeistert von der Idee. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Insbesondere Erik (Jonas Dassler) folgt der DDR-Deutung der Vorgänge in Ungarn als Konterrevolution. Schließlich wird abgestimmt – die Mehrheit ist für die Geste der Solidarität. Im Geschichtsunterricht schweigt die ganze Klasse eine Minute lang. Der Fachlehrer ist empört und beschwert sich bei Direktor Schwarz (Florian Lukas).

Schwarz macht Theo klar, dass man sich wegen möglicher Konsequenzen eine Ausrede überlegen müsse. Eine neuerliche Abstimmung ergibt eine Mehrheit für die Ausrede. Man habe angeblich des ungarischen Fußball-Nationalspielers Ferenc Puskás (1927-2006) gedenken wollen, der unter den Toten des Aufstandes sein soll. Doch die Erklärung reicht der Kreisparteileitung nicht, Kreisschulrätin Kessler (Jördis Triebel) nimmt die Ermittlungen auf. Die Klassengemeinschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Die Schüler werden einzeln verhört, gegeneinander ausgespielt und bedroht.

Schließlich steht Volksbildungsminister Lange (Burghart Klaußner) höchstpersönlich im Klassenzimmer und spricht ein Ultimatum aus…

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