Santiano haben sich "Unpünktlichkeit gegenseitig abgewöhnt"

Santiano haben sich "Unpünktlichkeit gegenseitig abgewöhnt"

Axel Stosberg im Interview

Fünf Musiker aus dem hohen Norden gründeten im Jahr 2011 die Band Santiano, nun feiern sie zehnjähriges Jubiläum. Ihre jeweiligen Biografien haben Björn Both, Andreas Fahnert, Hans-Timm Hinrichsen, Peter David Sage und Axel Stosberg (54) nun in dem Buch “Die Sehnsucht ist mein Steuermann” (Eden Books) zusammengefasst. Auch neue Musik hat die Band im Gepäck: Am 8. Oktober erscheint das Album “Wenn die Kälte kommt”.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt Stosberg, ob die Musiker jemals übers Aufhören nachgedacht haben, ob es auch mal Streitigkeiten zwischen den Kollegen gibt und wie wichtig es ihnen ist, dass Plattdeutsch nicht ausstirbt.

Axel Stosberg: Die Freude hat auf einer Skala, die nach oben offen ist, noch kein Ende genommen. Ist doch klar. Was haben wir alle für tolle Momente erlebt.

Stosberg: Da wir im September 2019 unser letztes Konzert gegeben haben, brauchen wir über eine längere Pause wohl nicht mehr nachzudenken. Wer jetzt schon ans Aufhören denkt, ist wohl mit dem Klammerbeutel gepudert worden. Aber im Ernst: Was den einzelnen Bandmitgliedern zu diesem Thema durch den Kopf geht, werdet ihr wohl hier nicht erfahren.

Stosberg: Wir sind seit Beginn eine eher analoge, haptische Band, sowohl auf als auch hinter der Bühne. Das gilt gleichermaßen für die Medien, auf denen es unsere Alben gibt. Nun schließen schon seit einiger Zeit immer mehr CD-Abteilungen, selbst der Download-Markt liegt am Boden, dafür boomt das Streaming. Dieses Format fühlt sich für viele unserer Fans und auch für uns sehr sperrig an.

Außerdem tun wir uns zum Leidwesen unseres Managements unglaublich schwer, was die sozialen Medien wie Instagram, TikTok und mehr angeht. Irgendwie bringst du alten Hunden wie uns keine neuen Kunststücke mehr bei. Aber live macht uns keiner so schnell was vor.

Stosberg: Selbstverständlich. Viele Dinge im Privatleben sind aufgrund der hohen Taktung, Anforderung und Begehrlichkeiten an Santiano in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Da ist viel liegen geblieben, das nun aufgearbeitet werden konnte.

Stosberg: Eher ungewohnt, möglicherweise ein wenig naiv. Aber das werden wir sehen, wenn die ersten Reaktionen auf das Buch kommen.

Stosberg: Da sind wir sehr unterschiedlich. Was wir aber alle teilen, ist die Liebe zu gutem Essen. Was nicht bedeutet, dass wir nicht den Genuss einer Currywurst mit Pommes rot/weiß zu schätzen wissen.

Stosberg: Zwei können segeln, die anderen drei nicht.

Stosberg: Immer dann, wenn wir so weit von zu Hause weg sind, dass wir je nach Windrichtung weder die Ostsee noch die Nordsee riechen können.

Stosberg: In unserem Alter kommt man auf keine Palme mehr. Aber Unpünktlichkeit haben wir uns gegenseitig abgewöhnt.

Stosberg: Für den einen ist es Muttersprache, für den anderen eine willkommene Abwechslung und Möglichkeit, sich zu unterhalten, ohne dass von Anwesenden jedes Wort verstanden wird. Über kurz oder lang wird es diese Sprache extrem schwer haben, zu überleben. Aber es gibt tolle Initiativen, die das verhindern wollen und die gilt es zu unterstützen, auch für uns.

Stosberg: Dass wir als Gesellschaft die Grundlage dafür schaffen, dass wir als Band wieder uneingeschränkten Zugang zu unseren Fans bekommen, damit wir endlich wieder gemeinsam eine richtig geile Live-Party feiern können.

spot on news

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