Tokio Hotel: Nach 15 Jahren erstmals wieder da, wo sie lange verspottet wurden

Tokio Hotel: Nach 15 Jahren erstmals wieder da, wo sie lange verspottet wurden

Tokio Hotel nach 15 Jahren zurück im alten Proberaum

Rückkehr in die Heimat weckt nicht nur lustige Erinnerungen

Wir gehen mit den eineiigen Zwillinge Bill und Tom Kaulitz (31), Gustav Schäfer (32) und Georg Listing (33) zum ersten Mal seit 15 Jahren in Magdeburg dahin zurück, wo ihre Karriere ihrer Band Tokio Hotel begann. In der konservativen Provinz und ihrem alten Proberaum kommen Erinnerungen an die Zeit wieder hoch, in der besonders Bill Kaulitz für sein Anders-Sein verspottet und verachtet wurde. Im Video gibt es einen ersten Einblick in die exklusive TVNOW-Doku „Tokio Hotel – zurück zum Nullpunkt“.

Bill und Tom Kaulitz haben ihre Schulzeit gehasst

Die Schulzeit war für die Zwillinge Tom und Bill Kaulitz der einzige Moment im Leben, den sie über weite Strecken getrennt verbringen mussten. Die Lehrer wollten die beiden nämlich nicht in einer Klasse unterrichten. Tom Kaulitz: „Für uns war dann eine Welt zusammengebrochen, weil das natürlich eine Katastrophe war, dass man uns auseinandergerissen hat.“ Bill beschreibt es sogar so: „Seit der Geburt am 1. September 1989 sind wir an Kopf und Herz zusammengewachsen.“ Entsprechend schwer fiel ihnen die Trennung in der Schulzeit und auch deshalb haben die beiden seitdem so gut wie nie wieder etwas getrennt voneinander unternommen.

Nebenjob Bodyguard

Die Kaulitz-Brüder sind im 570-Seelendorf Loitsche 30 Kilometer nördlich von Magdeburg aufgewachsen. In der Provinz feindeten ältere Jugendliche Bill und Tom oft an. 2001 mit der Bandgründung war Georg Listing nicht nur Bassist, sondern auch sowas wie der Bodyguard der Zwillinge. Georg ist zweieinhalb Jahre älter als die beiden und beschützte sie in der Kindheit mit seinen Freunden vor Anfeindungen. Bill ist bis heute dankbar: „Georg hatte da ein paar befreundete Typen, bei denen man wusste: Alles klar, die hauen einem jetzt nicht auf die Fresse. Ich glaub wir haben auch unser Selbstbewusstsein daraus geschöpft.“

Sprungbrett aus dem Mobbingsumpf

Damals war die Musik für die Jungs der Ausweg aus der Misere. In einer Zeit ohne soziale Medien war es schwer, auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb tingelte die Band zu jedem Talentwettbewerb in der Region. Alles mit dem Ziel, die Provinz und Anfeindungen hinter sich zu lassen: Bill Kaulitz: „Mein Antrieb war immer hier rauszukommen. Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich war falsch ausgesetzt. Ich bin aus einem Ufo falsch irgendwo gelandet und ich muss wo anders hin. Ich wollte am liebsten zum Broadway, Musical machen und singen, tanzen.“

In einer Talentshow fiel die Band dem Produzenten Peter Hoffmann positiv auf. Er holte Tokio Hotel aus der Provinz auf die große Bühne. 2005 hat der Song „Durch den Monsun“ das Leben der vier Jungs völlig auf den Kopf gestellt. Doch die Anfeindungen hörten nicht auf, sondern wurden noch extremer.

„Tokio Hotel – zurück zum Nullpunkt“ auf TVNOW streamen

Warum für Tokio Hotel mit dem Ruhm auch der Hass noch größer wurde und die Band bei einem Konzert sogar vor Messern und Steinen um ihr Leben rennen musste, sehen Sie in der Doku „Tokio Hotel – zurück zum Nullpunkt“ auf TVNOW.

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