Victoria Swarovski: "Mir wurde nichts geschenkt"

Die meisten kennen sie als „Let’s Dance“-Moderatorin, doch auch der Name Swarovski dürfte vielen geläufig sein. Im Gespräch mit t-online stellt sie klar, dass sie nicht nur die „Tochter von“ sein möchte.

Seit 2018 moderiert Victoria Swarovski bereits die RTL-Show „Let’s Dance“, löste damals Sylvie Meis ab. Seitdem war sie zudem auf dem „Traumschiff“ zu Gast. Jetzt übernimmt sie neben Bastian Pastewka und Peter Maffay im Film „Sing – Die Show deines Lebens“ eine Synchronrolle.

In der Animationskomödie spricht sie die Figur einer jungen und rebellischen Wölfin, die durch ihren reichen und einflussreichen Vater profitiert. Eine Rolle, die bei der 28-Jährigen Anklang findet. t-online trifft Victoria Swarovski anlässlich der Vorstellung des Films in Berlin. 

t-online: Waren Sie in Ihrer Jugend rebellisch, Frau Swarovski?

Victoria Swarovski: Rebellisch nicht, aber ich wusste immer, was ich will. Ich wollte in den Entertainment-Bereich. Meine Familie wollte, dass ich in die Firma gehe und dort mitarbeite. Aber wir sehen, was passiert ist (lacht).

Attribute des Wolfs sind, dass er eine starke Familienbindung hat, scheu und nachtaktiv ist. Was trifft davon auf Sie zu?

Familie ist mir sehr wichtig. Ich bin ein absoluter Familienmensch. Scheu bin ich hingegen gar nicht. Aber es gibt andere Parallelen zwischen mir und Porscha.

Welche?

Ich dachte mir, es wäre eine coole Rolle, weil man hier total übertreiben kann. Außerdem glaube ich, dass es Leute gibt, die Vorurteile haben und annehmen, dass ich so bin wie Porscha …

… weil sie einen bekannten Vater hat, der ihr vieles ermöglicht? Hatten Sie auch mit Vorurteilen wegen des bekannten Nachnamens zu kämpfen?

Natürlich! Viele Leute hören den Namen Swarovski und denken „Klar, das hat sie sich alles erkauft“. Aber wenn man hinter die Kulissen schaut, dann weiß man, dass da viel Arbeit dahinter steckt. Die Menschen sehen oft nur den Glanz und den Glitzer – ehrlicherweise zeigt man allerdings auch nur das Schöne und Positive. Aber ich musste für alles hart arbeiten, mir wurde nichts geschenkt.

Werden Sie oft als „Tochter von“ unterschätzt?

Ich wurde wegen meines Nachnamens unterschätzt, ja. Aber es hat sich über die Jahre gebessert. Ich erhalte tatsächlich noch Nachrichten, in denen mir Leute schreiben: „Vici, ich hätte nicht gedacht, dass du so lange durchhältst.“

Oje.

Ich denke, die meisten dachten, dass ich in dieser Branche nur ein, zwei Jahre durchhalten werde. Das alles ist mein Job, gleichzeitig meine Passion. Ich möchte bleiben, ich möchte noch viel machen und gebe nicht auf. Ich habe viel gearbeitet, um die Menschen zu überzeugen, dass dieser Job mir ernst ist.

Victoria Swarovski mit t-online-Reporter Sebastian Berning. Das Treffen fand unter 2G-plus-Bedingungen statt. (Quelle: Privat)

Die Karriere haben Sie aber als Sängerin gestartet. Sie haben einige Singles veröffentlicht, die aber keine Top10-Hits waren.

Es hat sicher alles einen Sinn im Leben, warum man damals etwas probiert hat, aber dann in eine andere Richtung gegangen ist. Am Ende des Tages würde ich es mit dem Singen schon gerne noch einmal probieren. Musik ist etwas so Schönes. Ich singe wirklich viel zu Hause. Meine Eltern und mein Mann sind da schon etwas angenervt.

Wenn man „Victoria Swarovski“ bei Google eingibt, steht in Klammern „Popsängerin“ dahinter. Sie machen aber mittlerweile so viel mehr: Moderation, Schauspielerei, jetzt Synchronisation und Sie haben ein Beauty-Unternehmen. Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?

Sehr facettenreich (lacht). Es wird nie langweilig. Aber man muss sich immer fokussieren. Man kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Manchmal sitze ich morgens im Bett und gehe die ganzen Termine durch, die anstehen. Es ist aktuell schon sehr viel, was ich mache. Es ist mir aber wichtig, dass ich allem gerecht werde und es authentisch bleibt.

Sind viele berufliche Standbeine in der heutigen Zeit wichtig?

Gerade im Entertainment-Business kann das ratsam sein. Man weiß nie, was passiert und ich werde ja auch nicht jünger. Das war ein Hauptbeweggrund, warum ich unternehmerisch tätig geworden bin und mir meine eigene Beauty-Brand aufgebaut habe. Wer weiß denn, wie lange meine TV-Karriere noch geht?

Beschäftigt Sie diese Frage oft?

Ja, ich nehme mir immer wieder die Zeit, um zu reflektieren.  Ich finde das wichtig, weil man so einiges überdenken und sich sicher werden kann, ob man noch immer den richtigen Weg geht.

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Sind Sie auf dem richtigen Weg?

Bisher ja. Ich bin sehr glücklich darüber, wo ich gerade im Leben stehe, und ich hoffe natürlich, dass ich diese Möglichkeiten noch länger wahrnehmen darf.

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