Warum sie keine Prinzessin Diana 2.0 ist


Prinz Harry und Herzogin Megan suchen den Diana-Vergleich

Um den Vergleich zu ihrer Schwiegermutter, der sie schon als Teenager nachgeeifert haben soll, zu unterstreichen, trägt Meghan während des Gesprächs mit Oprah Winfrey ein Diamant-Armband von Cartier. Einst gehörte es Diana. Einige Tage später schreibt das Magazin "People", die 39-Jährige habe das Schmuckstück in Abstimmung mit Prinz Harry getragen, damit Diana dem Paar während des Oprah-Interviews nahe sei.

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Prinz Harry sitzt im Garten neben seiner Frau, hält ihre Hand. „Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholt“, sagt er zu Oprah Winfrey in dem Vorschau-Clip. Was er damit meint, muss er nicht näher erklären.

Das Narrativ, nachdem die Unbarmherzigkeit der britischen Presse und die Kälte des Palastes Meghan Markle zu einer Art Wiederverkörperung der verstorbenen Prinzessin Diana macht, gibt es seit Jahren. Geschaffen und befeuert wird es nicht nur von der Presse, sondern auch von Harry und Meghan.

Ohne Frage ist seit Diana kein Mitglied der Königsfamilie so hart – und zum Teil unfair – in der Öffentlichkeit behandelt worden wie Meghan. Ohne Frage hat der Palast Fehler im Umgang mit beiden Frauen gemacht. Ohne Frage waren sie unglücklich am Hof. Doch das macht Meghan nicht zu einer zweiten Diana.

Prinzessin Diana: Der meistgejagte Mensch der Welt

Als sie im September 1980 als neue Freundin des Thronfolgers von der Zeitung "The Sun" enttarnt wird, entsteht ein nie Hype, wie ihn das Königshaus noch nicht erlebt hat. Volk und Presse lieben Diana. "Die Königin der Herzen" ist geboren.Doch das hat seine Schattenseiten.

Ab jetzt Lady Di, wie sie damals genannt wird, Freiwild für Paparazzi und Reporter. Tag und Nacht. Überall. Vor ihrer Wohnung. Auf der Straße. Auf der Arbeit. Am Flughafen. Im Familienurlaub mit William und Harry. Sogar beim Telefonieren hört man sie ab. Prinz William erklärt in der Dokumentation "Diana: Our Mother": 

Am 31. August 1997 endet die Jagd auf Prinzessin Diana nach 17 Jahren im "Pont de l'Alma"-Tunnel in Paris. Als sie eine Woche später zu Grabe getragen wird, sagt ihr Bruder Charles Spencer bei der Trauerfeier in der Westminster Abbey:

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Meghan Markle: Eine Herzogin des 21. Jahrhunderts 

Meghan Markle ist 2016 eine selbstbewusste, ambitionierte und weltgewandte 34-Jährige, als sie sich in den drei Jahre jüngeren Prinz Harry verliebt. Als Schauspielerin in der Anwaltsserie "Suits" hat sie sich in der TV-Branche einen Namen gemacht und ist geübt im Umgang mit den Medien. Zeitweise, so heißt es, kollaboriert sie mit Paparazzi, um sich ins Gespräch zu bringen. Eine Frau ihres Formates, da sind sich Kritiker und Bewunderer ausnahmsweise einig, hat es in über 1000 Jahren in der britischen Monarchie noch nicht gegeben.




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Als ihre Liebesbeziehung mit Prinz Harry im Oktober 2016 aufgedeckt wird, wird auch Meghan von Paparazzi und Reportern belagert – mit entscheidenden Diskrepanzen zu Diana: Meghan ist nicht die potentielle Freundin des britischen Thronfolgers (sondern nur der damaligen Nummer fünf) und sie lebt nicht im Epizentrum London (sondern weit entfernt in Toronto und Los Angeles). Das Interesse ist groß, ja. Aber eine Hetzjagd, wie sie Diana erleben musste, bleibt der TV-Darstellerin erspart.

Für Prinz Harry ist nachvollziehbar dennoch eine Grenze überschritten worden. Auch, weil seine Freundin seiner Meinung nach das Opfer sexistischer und rassistischer Angriffe ist. In einem außergewöhnlichen Schritt geht der Prinz mit einem Statement an die Öffentlichkeit. Seine Freundin sei "einer Welle von Missbrauch und Belästigung ausgesetzt", dies müsse sofort aufhören, fordert er. 

Als die damalige Schauspielerin 2017 schließlich zu Harry zieht, wird das Paar bis auf wenige Ausnahmen in Ruhe gelassen. Szenen einer Meghan Markle im Blitzlichtgewitter hat es in London außerhalb offizieller Termine nie gegeben. Auch deshalb, weil Meghan im Gegensatz zu Diana – und Kate Middleton – von Anfang an Personenschützer von Scotland Yard zur Seite stehen.

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Der Fluch von Social Media

"Mir wurde gesagt, dass ich 2019 die am meisten kritisierte Person auf der ganzen Welt war, männlich oder weiblich. Acht Monate davon war ich nicht einmal sichtbar, ich war im Mutterschaftsurlaub mit dem Baby. Aber was [in den Medien] fabriziert und produziert wurde, war fast nicht zu überleben. Es ist so groß, dass man sich nicht einmal vorstellen kann, wie sich das anfühlt“, beschrieb Meghan im Oktober 2020 ihre Situation in einem Podcast anlässlich des "World Mental Health Day".

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Das Trauma des Verlustes seiner Mutter hat Prinz Harry bis heute nicht verwunden. "Jedes Mal, wenn ich eine Kamera sehe, jedes Mal, wenn ich es Klicken höre, jedes Mal, wenn ich ein Blitzlicht sehe, bringt mich das direkt zurück. Das ist in dem Moment die schlimmste Erinnerung an ihr Leben", sagte er in einem Interview im Oktober 2019. Dass ein Teil von ihm immer noch der zwölfjährige Junge ist, der mit gesenktem Blick hinter dem Sarg seiner Mutter durch London geht, kann man ihm nicht verdenken. Dem erwachsenen Harry sollte jedoch bewusst sein, dass der Grat zwischen der Verehrung und der Instrumentalisierung seiner Mutter bisweilen schmal ist. Seine Frau ist nicht Diana – und er sollte sie dazu nicht stilisieren.




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Herzogin Meghan kann ihre eigene, einzigartige Geschichte schreiben

Statt die vermeintlich dunklen Parallelen zwischen den Frauen zu betonen, könnten die Sussexes "die Geschichte" Dianas im positiven Sinne "wiederholen". 1987 war die Prinzessin das erste Mitglied der königlichen Familie, das einem an AIDS Erkrankten die bloße Hand gab. 1997 ging sie, nur mit einer Schutzweste und einem Visier aus Plastik bekleidet, über ein Landmienenfeld in Angola. Es liegt jetzt in der Hand der Herzogin, sich durch ihre philanthropische Arbeit einen ebenso großen Namen zu machen wie Diana – und aus ihrem Schatten zu treten. Das Eigenschaften und den Willen dazu hat Meghan, die Herzogin von Sussex.

Verwendete Quellen: eigene Recherche

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