Ekaterina Leonova: "Ich hatte das Gefühl, nie genug zu sein"

Sie war immer so fröhlich und unkompliziert, als sie bei "Let’s Dance" tanzte. Dabei trug Ekaterina Leonova, 34, schon damals eine große Last mit sich herum. Denn die Gewalt, die sie in ihrer Kindheit erlebt hat, hinterließ Spuren. Nun spricht die Profitänzerin erstmals darüber – und über ihren Neustart.

Ekatarina Lonova im GALA-Interview

Sie sind nach München gezogen. Warum?
Ich brauchte einen Schnitt – neue Stadt, neue Wohnung, neuer Job als Angestellte im Bereich BWL. Meine Beziehung war vorbei, mein Job in Köln lief aus. Natürlich hatte ich Bedenken, kannte in München niemanden. Aber es gefällt mir! Durch den Job wurde meine Aufenthaltserlaubnis um zwei Jahre verlängert.

Zu einem Neuanfang gehört auch, das Alte hinter sich zu lassen. Deshalb haben Sie bei "Unbreakable" mitgemacht. In dieser neuen RTL-Show helfen Life-Coaches Promi- nenten bei ihren seelischen Problemen. Was war für Sie die größte Herausforderung?
Da gab es viele, mental und körperlich, zum Beispiel meine Höhenangst. Ich habe gelernt: Angst ist eine Kopfsache.

Sie erzählen dort auch zum ersten Mal von Ihrer Kindheit.
Ich wuchs in einem sehr autoritären, konservativen Elternhaus in Russland auf- Meine Eltern haben mich sehr geliebt. Aber zwischen ihnen selbst habe ich niemals Liebe gespürt. Bei uns zuhause war ständig Streit, das wünsche ich keinem Kind.

Das hat Spuren in ihrer Seele hinterlassen.
Schmerzhafte. Ein Beispiel: Bei so einem Streit konnte ich mich als Kind ja nicht zwischen Mama oder Papa entscheiden. Und: Ich wollte beide nie enttäuschen, um nicht selbst einen Anlass für einen Streit zu liefern. Dadurch hatte ich aber das Gefühl, nie genug zu sein. Ich wollte immer besser sein. All das hat mich geprägt, bis heute.

Wie äußert sich das?
Wenn ich zum Beispiel Konflikte mitbekomme, wird mir schlecht. Schreit jemand, laufe ich weg, weil ich es nicht aushalten kann.

Wie ist das Verhältnis zu Ihren Eltern heute?
Ich liebe sie und versuche, sie zwei Mal im Jahr zu sehen. Mama sagte früher schon, ich sei die Friedensmacherin. Das stimmt: Ich suche immer nach Kompromissen, damit alle glücklich sind.

Jetzt fehlt nur noch eine neue Liebe!
Stimmt! (lacht) Nach "Unbreakable" strahle ich so viel positive Energie aus. Ich hoffe, dass jemand kommt, der die gerne annimmt.

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