Er fordert Unterstützung für junge Musiker

Der britische Superstar Sir Elton John (73, "Candle in the Wind 1997") ist mit den Konditionen, unter denen britische Musiker seit dem Brexit (1. Januar 2021) außerhalb der Insel auf Tournee gehen müssen, unzufrieden. "Als Folge des Brexits brauchen britische Künstler, die in Europa spielen wollen, nun für jedes Land, das sie besuchen, ein Visum, eine Arbeitserlaubnis und ein Zolldokument für die Ausrüstung. Das ist ein administrativer Albtraum, der die Kosten für eine Europatournee enorm erhöht", fasst er die aktuelle Situation in einem Kommentar im "The Guardian" zusammen.

Ihn selbst betreffe das nicht, räumt er ein. "Ich habe das Glück, in großen Veranstaltungsorten zu spielen und eine riesige Verwaltung zu haben, die mich unterstützt", so Elton John. Seine Tourneen könnten diese Kosten auffangen. Und trotzdem: Er möchte nicht in einer Welt leben, "in der die einzigen Künstler, die es sich leisten können, ordentlich zu touren, diejenigen sind, die schon seit Jahrzehnten unterwegs sind und bereits Millionen von Platten verkauft haben", erklärt er seine Motivation zu diesem Vorstoß.

Elton Johns konkrete Forderung

Doch der erfolgreiche Künstler, der von Queen Elizabeth II. (94) zum Ritter geschlagen und zum "Sir" ernannt wurde, kritisiert nicht nur, er serviert auch einen "kurzfristigen" Lösungsvorschlag.

"Wir sollten eine Unterstützungsorganisation einrichten, die zum Teil von der Musikindustrie finanziert wird. Dort können Künstler, die nicht über die Art von Infrastruktur verfügen, von der ich profitiere, Zugang zu Anwälten und Buchhaltern erhalten, die ihnen helfen, die durch den Brexit entstandenen Tourneeprobleme zu bewältigen." Da während der Corona-Pandemie ohnehin keine Live-Musik stattfinde, sollte das derzeitige "Zeitfenster" laut Elton John für die Einrichtung eines solchen Hilfsangebotes genutzt werden.

Bald nur noch “große Mainstream-Künstler”?

Elton John malt in seinem Kommentar auch ein Schreckensszenario aus: "Wenn der Brexit viele neue Musiker daran hindert, auf Tournee zu gehen, sind die einzigen Künstler, die eine sinnvolle Live-Karriere haben werden, große, berühmte Mainstream-Künstler wie ich." Und das wolle auch er nicht, denn "wir brauchen eine neue Generation von Superstars, nicht zuletzt, weil eine Generation von Superstars – meine Generation – älter wird, in Rente geht und ausstirbt".

Die aktuelle Situation sei lächerlich, schließlich sei Musik einer der größten kulturellen Exporte Großbritanniens. 2019 habe sie "5,8 Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft beigetragen", gibt er zu bedenken. Bei den Brexit-Handelsverhandlungen sei diese Industrie im Gegensatz zu anderen außenvorgelassen worden. Die Brexit-Verhandler hätten es "vermasselt".

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