RTL lässt den Wendler bei DSDS alt und sich selbst blöd aussehen

RTL ist stinkig und zwar auf Michael Wendler und umgekehrt. Nach einem Streit zwischen dem Sender und dem Sänger ist statt gewinnbringendem Geschäftsverhältnis dicke Luft angesagt. Und da stinkig plus stinkig eben nicht duftend ergibt, sahen die Zuschauer am Dienstagabend einen ziemlich müffelnden DSDS-Start. 

Man könnte sagen, die Luft zwischen Michael Wendler und RTL ist raus. Das hat nach dem großen Streit jeder mitbekommen, der sich eben für Streitigkeiten dieser Art so interessiert. Stein des Anstoßes war des Wendlers Sinneseingebung zum Corona-Leugner zu mutieren.   

Wir alle erinnern uns natürlich noch an die bizarren Szenen, die sich vor einigen Monaten ereigneten und aus denen Oliver Pocher eine wohl ernst gemeinte Sondersendung fabrizierte, die man beim flüchtigen Hinzwinkern fast für eine seriöse Nachrichtensendung hätte halten können. Was war der Auslöser für dieses Spektakel? Michael Wendler hatte in einem knappen selbstgedrehten Videobeitrag RTL gewissermaßen den Kleinkrieg erklärt, seinen DSDS-Job gekündigt und nebenbei noch schnell angemerkt, dass er nicht glaube, dass wir uns derzeit in einer Pandemie befinden. 

Dummerweise hatte der Wendler da bereits etliche Stunden für die Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” vor der Kamera gestanden, dementsprechend angefressen war fortan auch der Sender. Nach Xavier Naidoo ist der Wendler schon der zweite ganz normale DSDS-Juror, der völlig und gänzlich unerwartet komplett überraschend austickt. Wie hätte man das ahnen sollen? Das wäre ja, als hätte man im Vorfeld kommen sehen, dass es im Film “Star Wars” um einen Krieg der Sterne geht. Das konnte wohl ebenfalls niemand ahnen. 

Nun ist die Geschichte aber wie sie ist, man hatte bereits Zeit und Geld investiert und den Wendler im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord geholt, die neue DSDS-Staffel wurde auf einem Schiff gedreht. Man musste es also halten wie mit der Titanic nach der Kollision mit dem Eisberg: Der Untergang war unvermeidbar, aber vielleicht lassen sich hinterher noch ein paar schöne Szenen daraus machen.

Wer, was, widerlich 

“Werner, Willi, ach Quatsch: Michael”, spielt Dieter Bohlen seine Rolle eher schlecht als recht, dass ihm der Wendler ach so egal sei. Er würde fortan nur noch Wendler sagen, dass könne er sich besser merken, gibt Bohlen vor, gefolgt von sexuellen Anspielungen in Bezug auf Laura Müller, die Frau des “Egal”-Interpreten. Wer, äh was, ach quatsch: Widerlich ist das. Aber Bohlen ist sich für die Rolle des Wendler-Kritikers nicht zu schade, unterbricht ihn hier und da und lässt die übrige Arbeit dann den Schnitt übernehmen.

DSDS-Jury: Dieter Bohlen, Maite Kelly, Mike Singer und Michael Wendler.(Quelle: TVNOW / Stefan Gregorowius)

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Wenn sich der Schlagerstar die wendlischen Lippen leckt, unterlegt der Kölsche Sender dies mit lustigen Hupgeräuschen. Stellt sich eine 18-jährige Sängerin vor, wird ihm digital eine Checkliste von Frauen in die Hände gespielt: Weiblich? Check. Zwei Beine? Check. 18 Jahre? Check? Geht noch plumper? Ja, geht. “Geile Typen, geile Frau und der Wendler”, stellt eine Stimme aus dem Off die Jury bestehend aus Bohlen, Maite Kelly, dem Sänger Mike Singer und eben dem Wendler vor. Tööötööö.   

RTL beweist Schnittkraft, sitzt am längeren Hebel und hat natürlich die Macht, Personen so darzustellen, wie es beliebt. Der Wendler hat sich seine Grube selbst gegraben, das dürfte ihm mittlerweile auch klar sein. Schon vor Ausstrahlung der ersten Folge erwartete er ein “Bashing” der Extraklasse. RTL ist zwar stinkig wie nie, behält sich allerdings lieber noch eine viel heftigere Waffe gegen sein mühsam herangezüchtetes Medienexemplar vor und die ist für Menschen, die gerne bei RTL vorkommen, noch viel viel schlimmer: Der Sender bestraft den Wendler mit fehlender Sendezeit, denn allzu oft ist der Musiker gar nicht erst zu sehen. Für die nächsten zwölf Folgen kann man ihm da nur wünschen: Möge die Schnittkraft mit dir sein. Denn schlechte Sendezeit ist bekanntlich immer noch besser als gar keine Sendezeit, auch wenn das für den Zuschauer wohl das Beste gewesen wäre. 

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