Uschi Glas über den "Max und die wilde 7": "Man muss Kinder ernst nehmen"

Mit “Max und die wilde 7” kommt eine Detektivgeschichte in die Kinos, die für junge Zuschauer gemacht ist, bei der aber auch das erwachsene Publikum seinen Spaß haben dürfte. Das liegt vor allem an Uschi Glas, die mit viel Selbstironie eine Film-Diva im Rentenstand spielt und witzige Vergleiche zu ihrem eigenen Leben setzt. Im Gespräch verriet sie uns, warum sie sich erst so spät an einen Kinderfilm gewagt hat – und wie sie zur Rolle der Vera steht.

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Nach dem gleichnamigen Buch des Autorenpaares Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner entstand “Max und die wilde 7”, eine Detektivgeschichte, die nicht nur bei den Kids punkten dürfte.

Der neunjährige Max (Newcomer Jona Eisenblätter) zieht mit seiner Mutter auf eine alte Ritterburg. Was sich wie der Traum eines jeden Kindes liest, entpuppt sich aber schnell als Mogelpackung. Denn auf der Burg leben nicht etwa coole Typen in Rüstungen, sondern Senioren – die Burg ist ein Altenheim.

Doch bald erkennt Max, dass die Rentner es faustdick hinter den Ohren haben. Vor allem die Gang-Mitglieder der “Wilden 7” (Uschi Glas, Günther Maria Halmer und Thomas Thieme) sind alles andere als klassische Senioren mit einer Leidenschaft für Kaffeekränzchen.

Gemeinsam mit Max machen sich die rüstigen Rentner auf die Jagd nach einem Dieb, der auf der Burg sein Unwesen treibt. Und natürlich lernt der Junge schnell, dass nicht nur bei der Detektivarbeit der Witz und die Lebenserfahrung seiner neuen Freunde von Vorteil sind.

Dass der Film nicht nur ein junges Publikum anspricht, sondern auch bei Erwachsenen gut ankommen könnte, ist zu einem großen Teil Uschi Glas zu verdanken, die in dem Film als ehemalige Film-Diva zu sehen ist und sich quasi selbst spielt.

Uschi Glas: “Man muss die Kinder ernst nehmen”

Für Glas, die seit den 1960er Jahren im Filmgeschäft ist und somit auf eine lange Karriere zurückblicken kann, war es tatsächlich der erste Film, der sich explizit an ein jüngeres Publikum richtet.

Doch das liegt nicht etwa daran, dass sie keine Kinderfilme mag: “Man kam einfach davor nie auf die Idee, anzufragen”, verrät die Schauspielerin unserer Redaktion am improvisierten Roten Teppich. Und weiter: “Da kamen jetzt Lisa[-Marie Dickreiter, Anm. d. Red.] und der Winfried [Oelsner] und haben gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Und ich habe gesagt: Na klar! Ich habe das Buch gelesen – entzückend!”

Einen Unterschied zu Dreharbeiten bei “normalen” Filmen gibt es für die Schauspielerin dabei übrigens nicht: “Im Team ist es so, dass wir den Film und die Geschichte ernst nehmen. Ich mag es gar nicht, wenn man etwas spielt mit Gänsefüßchen, also wenn man sagt: ist ja nur ein Kinderfilm, da müssen wir jetzt etwas anders machen. Man muss die Kinder ernst nehmen, wie überhaupt das Publikum – und wenn man es so ernsthaft wie möglich spielt, wird es glaubwürdig. Also nicht nur ‘spielen’, sondern darstellen und leben.”

“Max und die wilde 7”: Private “Bravo Otto”-Sammlung als Requisiten

Ihre Rolle der Vera hatte es Uschi Glas dabei besonders angetan: “Sie ist mir wirklich ans Herz gewachsen.” So sehr, dass Glas sogar ihre Privatsammlung an Auszeichnungen und Awards “plünderte”: “Na, wenn ich mich schon selber auf den Arm nehme, … habe ich gesagt: Ich hab nen ganzen Stall voller Bravo Ottos und Bambis. Und dann haben wir die so hingestellt.”

Genau das hatte auch das Autoren-Duo Dickreiter und Oelsner im Sinn, als es Uschi Glas für die Rolle anfragte.

“Natürlich kennen sie ja doch manche Kinder aus ‘Fack ju Göthe'”, sagt Oelsner, der auch die Regie übernahm, aber trotzdem sei Glas ja vor allem Erwachsenen ein Begriff. Dass sich die Schauspielerin letztendlich mit so viel Selbstironie darstellt und mit Zitaten wie “Zur Sache, Schätzchen!” aufwartet, sei daher natürlich vor allem ein Spaß für eben diese älteren Zuschauer. Und ein echter Gewinn für den Film.

Trailer: "Max und die Wilde 7"

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